Schnapszahl- Vegan Wednesday numero 88!

wednesdayfinalrundohne_transparent

Moin allerseits!

Ich melde mich auch mal wieder mit einem VeganWednesday Post. Diese Woche sammelt Missy Cookie von Cookies&Style unsere leckeren Fotos. Vielen Dank dafür an die fleißige Dame! Schaut euch unbedingt mal ihren Blog an (falls ihr den noch nicht kennt)!

Bevor ich euch über meinen Mittwoch aus kulinarischer Sicht berichte, möchte ich noch kurz ein paar Worte zu einem gewissen Beitrag in der ARD-Sendung Plus-Minus verlieren, den ich zufällig gestern Abend geguckt habe, als ich nach zwei Tagen Bauernhofarbeit nur och apatisch auf dem Sofa hängen konnte 😉 Falls ihr nur “Food- and Farm-Porn” sehen wollt, scrollt einfach etwas weiter runter und überspringt den folgenden Absatz 😉

In diesem Beitrag ging es um die Frage wie gesund der “Trend” der veganen Ernährung denn wirklich sei. Um dieser Frage nachzugehen wurden eine Anzahl veganer Produkte (vor allem Fleisch- und Käseersatz) unter die Lupe genommen. Ergebnis: (surprise, surprise) diese Produkte haben oft ellenlange Zutatenlisten, teilweise mit Zutaten deren Namen kein Mensch aussprechen kann oder will. Ein Unterschied zwischen biologischen und konventionellen Produkten wurde hier übrigens nicht gemacht. Es wurde leider auch nicht darauf eingegangen wie viele Veganer sich tatsächlich (hauptsächlich) von diesen Produkten ernähren. Das solche Produkte vielfach von Omnivoren und Vegetariern gekauft werden, wurde nicht in Betracht gezogen. Aber ich schweife ab. Ich stimme den Machern der Sendung bis hierhin insoweit zu, dass solche Produkte oftmals nicht gesund sind und eine vegane Ernährung, die darauf basiert, das Fleisch- und Milchprodukte einfach durch die veganen Pendants ersetzt werden, auf Dauer vermutlich nicht gesund ist. Aber dann kam der oh so überraschende Umschwung der Sendung. Es wurde mal wieder irgendein Professor für Ernährungswissenschaften von irgendeiner deutschen Uni vor die kamera gezerrt (kein Mensch weiß welches Fachgebiet dieser Gelehrte hat, noch welche Studien er betrieben hat um als Experte für die “vegane Mangelernährung” gelten zu dürfen). Dieser Mensch listet dann mal wieder auf, welche Nährstoffe alle Veganer aufgrund ihrer Ernährung nicht zu sich nehmen würden (ganz vorne in der Liste natürlich Eiweiß, Eisen, Calcium und Zink). Desweiteren kommt noch eine Ärztin zu Wort, die festgestellt hat, dass sie in der letzten Zeit sehr viele Patienten mit Schilddrüsenerkranken auf ihrem Behandlungstisch findet. Sie führt deren Erkrankungen auf “diese vegane Ernährung” der Patienten zurück. Ob sie tiefgehendere Untersuchungen zu dieser Häufung an Schilddrüsenerkrankungen gemacht hat, wird uns leider nicht berichtet.
Die Kirsche auf der Sahnehaube war aber eine Bemerkung (ich glaube sie kam von der Lebensmittel”expertin”), das die Mangelernährung veganer Kinder an Kindesmisshandlung grenze. Zunächst hätte ich ja gerne mal ein paar Zahlen und Fakten zu der anscheinend offensichtlichen “Mangelernährung” veganer Kinder gesehen. Des Weiteren wäre es schön gewesen den Unterschied zwischen dem Essen vegan lebender Kinder und denen von Otto Normalverbraucher gezeigt zu bekommen. Wenn ich von unserer Mutter, die Kindergärtnerin ist, höre, was Kinder heutzutage als Frühstück mit in den Kindergarten bekommen und wie oft diese Kinder (laut ihren Erzählungen) bei McDonalds essen gehen, dann würde ich gerne das Jungendamt anrufen und deren Eltern wegen Kindesmisshandlung anzeigen. Ich sage nur: Bifi, Fruchtzwerge, Milchschnitte und was es sonst noch so an perversen “kindgerechten” “Lebens”mitteln gibt.
Also, liebe Reporter von Plus-Minus: Ich bin froh, dass ich als im Ausland lebende Deutsche keine Rundfunkgebühr für solche einseitig recherchierten, polemischen Sendungen bezahle. Ja, mit dem derzeitigen Veganhype wird viel Geld verdient und nichts was an veganen Produkten auf den Markt kommt, sollte ohne Vorsicht genossen werden. Doch wenn ihr euch ein bisschen genauer umgeschaut hättet, hättet ihr gesehen, dass die wenigsten Veganer sich ausschließlich von diesen Produkten ernähren und somit eure Argumentation, dass Vegane Ernährung = Ungesund, an den Haaren herbeigezogen ist.

SO. Und nun zum schönen Teil dieses Posts: Mein ungesundes veganes Essen vom Mittwoch, von dem mir die Haare ausfallen und mein Gehirn degeneriert 😉

Mein Morgen startete wie immer mit einer Tasse warmen Wassers mit Ingwer, Zitronensaft, Kurkuma und etwas Cayennepfeffer. Als Frühstück schlürfte (und kaute) ich auf dem Weg zum Praktikumshof wie immer einen großen grünen Smoothie.

061

Ich hatte den Smoothie wie immer am Vorabend vorbereitet und für meinen Kerl und mich in ausrangierte Schraubgläser gefüllt und bis zum Frühstück im Kühlschrank aufbewahrt.

060

In unseren Frühstückssmoothie kamen außer zartem Spinat und Mangoldblättern: Banane (fürs Magnesium und etwas Süße), Orange, Orangensaft (frisch), Zitronensaft und etwas abgeriebene Zitronenschale, Lein- und Hanfsamen (für die Omegafettsäuren), sowie etwas extra Wasser zum Verdünnen.

Bei meinem Praktikumshof angekommen, stürzte ich mich gleich ins Möhrenfeld um die zarten Möhrenpflänzchen von den garstigen und penetranten Unkräutern zu befreien 😉

In der Kaffeepause gab es Renée’s sensationellen veganen Kürbis-Schokokuchen 🙂 Ich muss nächste Woche unbedingt mal nach dem Rezept fragen, damit ich es mit euch teilen kann, denn dieser Kuchen ist sooo lecker!

124

Die Möhren werden übrigens auf diesen “Rücken” angebaut. Auf dem Foto liegt noch ein Tuch darüber. Das Tuch dient dazu um einerseits dem Befall der Möhren durch die Möhrenfliege entgegenzuwirken. Andererseits sorgt das Tuch dafür, dass die Möhrenpflänzchen nicht zu stark durch kühlere Temperaturen in ihrem Wachstum beeinträchtigt werden. Der Anbau findet auf solchen “Rücken” statt, weil die Erde durch das Aufschichten etwas lockerer ist als der “normale” Boden und die Möhren somit bei ihrem Wachstum nicht durch zu feste Erdschichten daran gehindert werden schön gleichmäßig und gerade zu werden.

106
Neben den Möhren sind die Erdbeeren schon in voller Blüte. Demnächst, wenn es wieder etwas trockener geworden ist, wird da noch Stroh drunter gelegt um die Früchte zu schützen. Ich bin schon gespannt wann wir dieses Jahr die ersten Erdbeeren ernten können!

107

Nach dem Kaffee haben wir uns dann aber erstmal daran gemacht bei den “durchtragenden” Erdbeeren die Blüten abzupflücken, denn diese Pflanzen sind auch schon am Blühen, dabei sollen sie eigentlich erst später im Sommer Früchte tragen. Durch das pflücken der Blüten kann man, zumindest vorläufig, verhindern, dass die Pflanze jetzt schon all ihre Energie in die Produktion von Früchten steckt und stattdessen erstmal noch ein bisschen wächst und stärker wird.

Zum Mittagessen hatte ich mir diesmal einen Salat vorbereitet, weil ich gemerkt habe, dass ich mich besser fühle wenn ich mittags nicht nur Brot esse, sondern etwas leichteres.
126

Die Basis meines Salats war eine Mischung aus Vollkornreis und Belugalinsen (unter anderem gut für die Versorgung mit Eiweiß), die man praktischerweise gleich zusammen kochen kann. Dazu habe ich noch etwas kleingehackte Petersilie (die u.a. recht Eisenhaltig ist) und Sesamsamen (ich sag nur Calcium) gemischt. Außerdem hatte ich noch ein paar (selbst-)gekeimte Mungbohnen (nebst anderem Gutem Zeug, sehr eiweiß- und calciumhaltig), etwas Gurke, ein paar Tomätchen, Kürbiskerne (enthalten u.a. Zink) und grob geschnittene Stielmusblätter. Als Dressing habe ich Lilith’s Miso-Joghurtsoße gemacht. Superlecker und cremig!

125

Sorry, auf dem Foto sieht das etwas durcheinander aus. Aber ich musste den Salat ja zum Transport in eine Dose tun.

Nach dem Mittagessen haben wir angefangen junge Zuckermaispflänzchen aufs Feld zu Pflanzen.

078

Sind die nicht wunderschön?!

Ich bin überhaupt wieder fasziniert davon wie der Frühling die gesamte Vegetation mal wieder binnen kurzer Zeit von spärlich und kahl zu saftig grün und ausbündig verwandelt hat. Es kommt mir jedes Jahr aufs Neue wie ein Wunder vor. 😀

098

Dieses Grün!

089

All die Blümchen…

084

…und die fleißigen Bienchen.

Unser Abendessen war auch sehr frühlingshaft, finde ich.

120

Es gab neben Curry-Möhren&Beete (Reste von der letzten Ernte), frisch im Wald gepflückte Brenesseln (kurz gedünstet mit Zwiebel, Salz und Pfeffer), gekochte Hirse, gebratenen Tempeh und jungen Salat mit Radischen, Gurke, Birne und Kräutern.

Es ist überhaupt genial, wie viele Wildpflanzen, die bei uns wachsen, essbar sind! Und dazu sind sie meist auch noch extrem reich an Nährstoffen. Das ist etwas worüber ich unbedingt noch ganz viel lernen will! Es gibt doch nichts schöneres als einfach durch Wald und Wiesen zu streifen und sich sein Essen selbst zu sammeln 😉 *Urinstinkte*

Habt eine ganz tolle Restwoche!

101

 

 

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s